Dienstag, September 07, 2010

Geben.

Heute wartete ich in Duisburg am Bahnhof auf meinen Zug. Ein Obdachloser (?) kam zu mir mit einer dieser Straßenzeitungen, und wollte mir diese verkaufen. Ich will die Zeitungen nie, weil ich sie nicht lesen werde. Ich bat ihm aber an, ihm einen Kaffee zu kaufen. Daraufhin meinte er, er würde bei der Bahnhofsmission einen Kaffee und zwei Brötchen kriegen, dafür würde er jetzt sammeln. Ich daraufhin: dann will ich gerne mitlaufen, und dir das bezahlen.

Das wäre aber 5min hin und 5min zurück laufen. 

Die Zeit habe ich. (ich steh auf)

Nein, aber die Zeit hab ich nicht! Ich muss hier gleich mit dem Zug, das ist der einzige vernünftige Zug, ich muss hier doch Geld verdienen!

Tja, ich kann dir hier unten nen Kaffee kaufen, wenn du willst, oder eben nicht.

Nee! sagte der Bettler, und ging. Da frag ich mich, warum fühl ich mich danach noch schuldig? Und was wär in dieser Situation mit der Bibelstelle anzufangen "Wenn einer dich um ein xyz fragt, gib ihm das doppelte."? Muss ich so was unterstützen? Am liebsten würde ich mich mal gerne mit so jemand unterhalten, was das für eine Einstellung ist, dass er sauer sein kann auf Leute, die ihm Essen kaufen wollen. So oder so: ich habe mein Bestes getan. (?!)


Und doch kommt mir der Gedanke: wer bin ich, dass ich dadrüber urteilen darf, wofür er sein Geld ausgibt? Andererseits: ich gebe auch nicht das Geld anderer Leute aus. Mit anderen Worten: wer selbstständig ist, kann halt auch selbstständig entscheiden wofür er Geld ausgibt.

Wirscher Post, I guess. Aber vielleicht versteht ihr jetzt, was für Schwierigkeiten ich mit Bettlern habe. Der letzte Straßenzeitungsverkäufer dem ich essen kaufen wollte, sprach kein Wort holländisch sondern nur polnisch und wollte daher auch nicht verstehen, auf welche Art und Weise ich ihm helfen wollte. (ich fing an mit Händen und Füßen, er winkte nur ab und gestikulierte ich solle doch jetzt einfach einkaufen gehen. Tja.)

So viel Lebenszeichen für heute dann mal wieder von mir!