Das hier wird mal wieder ein seelischer "Lassen wir die Hosen doch mal runter"-Post.
Also erstmal zum Anfang: Boah, sind Gefühle scheiße! Echt ma. Nervig!
Vielleicht bin ich alleine mit dem Syndrom, was ich jetzt beschreiben werde, aber ich könnte mir vorstellen, dass zumindest Leute mit Geschwistern sich angesprochen fühlen.
Mir gehts um Fairness und die Gefühle, die damit verknüpft sind. Wie vermutlich jeder weiß, habe ich eine Mitbewohnerin. Und da ich mich nicht im Kindergarten befinde, gibt es nicht für alles Regeln, sondern eine große Grauzone. Meine Grauzone funktioniert normal so: ich denke nicht in "alles ehrlich verteilen" sondern ich gebe gerne. Sprich, wenn da Abwasch steht, dann denke ich nicht "es wäre fair, wenn ich nur meine Gabel spüle", sondern dann spüle ich (meistens gerne) alles. Und selbst wenn ich mal keinen Bock habe, habe ich immer noch nicht genug Mut die Hälfte stehen zu lassen. Weil ich denke, hey, vielleicht geb ich jetzt mal mehr, aber es gibt mit Sicherheit genug Situationen, wo's mal umgekehrt sein wird. Diese Einstellung und dieses Prinzip funktioniert bei relativ lange gut, wenn die Beziehung in Takt ist und ich zumindest ab und zu das Gefühl habe, etwas zurück zu kriegen.
Wenn ich dann aber mal nach Hause komme, und feststelle, dass tatsächlich meine Sachen nicht abgewaschen wurden, dass ich doch immer die bin, die gibt, und es sich doch nicht automatisch ausgleicht, dann fühle ich mich auf einmal sehr übergangen und denke "das ist nicht fair!".
Macht das Sinn? Nicht so richtig. Weil der andere hat ja nie drum gebeten, dass ich bestimmte Sachen immer mache. Also kann ich nicht sagen "Du hast das und das nicht gemacht, das ist nicht fair!". Weil der andere verhält sich ja komplett 'fair'.
Nur war meine Erkenntnis heute, dass ich mich trotzdem verletzt fühlen kann. Dass ich doch irgendwann (unbewusst) was zurück erwarte. Nur hab ich dann wenig 'Recht' mich zu beschweren.
Und jetzt kommt der Clou. Zwischenmenschliche Beziehungen gehen gar nicht um fair, recht und ehrlich verteilen. Manchmal trägt man den anderen, und wenn man Glück hat trägt der andere einen dann auch, aber das ist nicht automatisch die Konsequenz. Und genau so funktionieren Emotionen nicht nach Formeln. Es gibt kein richtiges Gefühl, kein Gefühl, auf das man recht hat, oder eben nicht. Gefühle (diese kleinen Monster) sind einfach da, und wollen ernst genommen werden (und wenn man's nicht tut, dann fangen sie an, einen langsam von innen auf zu fressen. Jaaahaa!).
Schwarz auf weiß heißt das: ja, ich bin böse, dass du meine Sachen nicht abwäschst; nein, ich habe kein Recht dazu, und ja, ich bin aber trotzdem böse. Meine Fresse.
Ich mag ja doch mehr Logik. (Und nein, es geht nicht nur um Abwasch, ich hab ganz viele dieser Sachen. Das ist nur ein illustrierendes Beispiel.) Und, wer traut sich jetzt zu sagen, dass du das Gefühl kennst?
3 Kommentare:
ende vom lied: viele sachen sind halt doch interpretation. und drüber reden hilft. auch wenn gefühle sich sinnlos anfühlen!
AMEN!
danke liebe kathiii auch für den anderen kommentar :) :*
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